Wirtschaftsnachrichten, Geschäftsberichte, Börsenmeldungen und politische Debatten stecken voller Begriffe, die im Alltag zwar regelmäßig auftauchen, deren genaue Erklärung jedoch nicht immer bekannt ist. Inflation, Bruttoinlandsprodukt, Liquidität, Rendite, Eigenkapitalquote, Rezession oder Deckungsbeitrag sind typische Beispiele. Hinzu kommen englische Begriffe wie Cashflow, Benchmark, Break-even-Point oder Private Equity, die inzwischen selbstverständlich zur Wirtschaftssprache gehören.
Die Zahl solcher Fachwörter der Wirtschaft ist entsprechend groß. Einige stammen aus der Volkswirtschaftslehre und beschreiben gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Andere gehören zur Betriebswirtschaftslehre und erklären Vorgänge innerhalb eines Unternehmens. Wieder andere werden vor allem im Rechnungswesen, an der Börse, im Bankwesen, im Marketing oder im internationalen Handel verwendet.
Dabei können ähnlich klingende Begriffe durchaus etwas Unterschiedliches meinen. Umsatz ist beispielsweise nicht dasselbe wie Gewinn, Erwerbslosigkeit wird statistisch anders abgegrenzt als registrierte Arbeitslosigkeit und eine hohe Rendite sagt allein noch nichts darüber aus, wie riskant eine Geldanlage ist.
Ein umfangreiches Wirtschaftslexikon hilft deshalb nicht nur in Schule, Studium oder Ausbildung. Auch Geschäftsberichte, Wirtschaftsnachrichten und politische Diskussionen lassen sich leichter einordnen, wenn zentrale wirtschaftliche Fachbegriffe bekannt sind.
Die folgende Sammlung erklärt mehr als 200 wichtige Wirtschaftsbegriffe möglichst verständlich und kompakt. Sie reicht von grundlegenden VWL Begriffen über typische BWL Begriffe bis zu Fachwörtern aus Finanzierung, Börse, Rechnungswesen, Arbeitsmarkt, Geldpolitik und Außenwirtschaft.
Grundbegriffe der Wirtschaft einfach erklärt
Am Anfang stehen Begriffe, die für nahezu alle Bereiche wirtschaftlichen Handelns wichtig sind. Dazu gehören Angebot und Nachfrage ebenso wie Markt, Preis, Produktion und Konsum.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Angebot | Menge an Waren oder Dienstleistungen, die Anbieter zu einem bestimmten Preis verkaufen möchten. |
| Nachfrage | Menge an Waren oder Dienstleistungen, die Käufer zu einem bestimmten Preis erwerben möchten. |
| Markt | Ort oder System, an dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Ein Markt muss kein physischer Handelsplatz sein. |
| Marktpreis | Preis, zu dem ein Gut oder eine Dienstleistung tatsächlich gehandelt wird. |
| Gleichgewichtspreis | Theoretischer Preis, bei dem angebotene und nachgefragte Menge übereinstimmen. |
| Knappheit | Zustand, bei dem verfügbare Mittel oder Güter nicht ausreichen, um sämtliche Wünsche gleichzeitig zu erfüllen. |
| Bedürfnis | Empfundener Wunsch, einen tatsächlichen oder wahrgenommenen Mangel zu beseitigen. |
| Bedarf | Ein mit Kaufkraft verbundener Wunsch nach einem Gut oder einer Dienstleistung. |
| Konsum | Verwendung beziehungsweise Verbrauch von Waren und Dienstleistungen durch private Haushalte oder andere Abnehmer. |
| Produktion | Herstellung von Gütern oder Erbringung von Dienstleistungen. |
| Gut | Wirtschaftlich nutzbarer Gegenstand oder eine nutzbare Leistung, die Bedürfnisse befriedigen kann. |
| Sachgut | Körperliches beziehungsweise materielles Gut wie ein Fahrzeug, Möbelstück oder Lebensmittel. |
| Dienstleistung | Nicht körperliche wirtschaftliche Leistung, beispielsweise Beratung, Transport oder eine Reparatur. |
| Investitionsgut | Gut, das hauptsächlich zur Herstellung weiterer Güter oder Dienstleistungen eingesetzt wird. |
| Konsumgut | Gut, das unmittelbar von Verbrauchern genutzt oder verbraucht wird. |
| Gebrauchsgut | Gut, das mehrfach beziehungsweise über einen längeren Zeitraum genutzt werden kann. |
| Verbrauchsgut | Gut, das bei seiner Nutzung verbraucht oder umgewandelt wird. |
| Kapital | In wirtschaftlichem Zusammenhang Vermögen beziehungsweise Mittel, die unter anderem für Investitionen eingesetzt werden können. |
| Arbeit | Menschliche Tätigkeit, die zur Herstellung von Gütern oder zur Erbringung von Dienstleistungen beiträgt. |
| Produktivität | Verhältnis zwischen erzeugter Leistung und den dafür eingesetzten Mitteln beziehungsweise Arbeitsstunden. |
| Effizienz | Verhältnis zwischen erreichtem Ergebnis und dafür eingesetzten Mitteln. |
| Wertschöpfung | Wert, der durch wirtschaftliche Tätigkeit zusätzlich geschaffen wird. |
| Wirtschaftskreislauf | Modell, das Geld- und Güterströme zwischen Haushalten, Unternehmen, Staat und Ausland beschreibt. |
| Volkswirtschaft | Gesamtheit der wirtschaftlichen Vorgänge und Akteure innerhalb eines bestimmten Wirtschaftsraums. |
| Marktwirtschaft | Wirtschaftsordnung, bei der viele Entscheidungen über Produktion, Preise und Verbrauch dezentral über Märkte getroffen werden. |
| Soziale Marktwirtschaft | Wirtschaftsordnung, die marktwirtschaftliche Prinzipien mit sozialpolitischen und ordnungspolitischen Regeln verbindet. |
| Planwirtschaft | Wirtschaftsordnung, bei der zentrale staatliche Stellen wesentliche Produktions- und Verteilungsentscheidungen treffen. |
| Wettbewerb | Konkurrenz mehrerer Anbieter oder Nachfrager auf einem Markt. |
| Konkurrenz | Wettbewerb zwischen Unternehmen, Personen oder anderen Marktteilnehmern um Kunden, Aufträge oder Ressourcen. |
| Monopol | Marktform, bei der einem einzigen Anbieter viele Nachfrager gegenüberstehen. |
| Oligopol | Marktform mit wenigen großen Anbietern. |
| Polypol | Markt mit vielen Anbietern und vielen Nachfragern. |
| Substitution | Ersetzung eines Gutes durch ein anderes, das einen ähnlichen Zweck erfüllt. |
| Komplementärgüter | Güter, die häufig gemeinsam verwendet werden, beispielsweise Drucker und Druckerpatronen. |
| Opportunitätskosten | Entgangener Nutzen der besten nicht gewählten Alternative. |
| Grenznutzen | Zusätzlicher Nutzen, der durch den Konsum einer weiteren Einheit eines Gutes entsteht. |
| Grenzkosten | Zusätzliche Kosten, die durch die Herstellung einer weiteren Einheit entstehen. |
| Preiselastizität | Kennzahl dafür, wie stark sich Nachfrage oder Angebot verändern, wenn sich ein Preis verändert. |
| Skaleneffekt | Veränderung der Stückkosten, wenn die Produktionsmenge steigt oder sinkt. |

Volkswirtschaftliche Fachbegriffe
Die Volkswirtschaftslehre betrachtet nicht nur einzelne Unternehmen, sondern größere wirtschaftliche Zusammenhänge. Besonders häufig begegnen dabei Begriffe wie Bruttoinlandsprodukt, Wirtschaftswachstum, Konjunktur, Rezession und Inflation.
Das Statistische Bundesamt bezeichnet das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als zentrale Größe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Es zeigt die wirtschaftliche Leistung innerhalb eines Landes und eines bestimmten Zeitraums. Die Veränderung des preisbereinigten BIP wird üblicherweise als Wirtschaftswachstum bezeichnet.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt (BIP) | Maß für die wirtschaftliche Leistung, die innerhalb eines Landes in einem bestimmten Zeitraum erbracht wird. |
| Nominales BIP | Bruttoinlandsprodukt zu den jeweils aktuellen Preisen. |
| Reales BIP | Preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt, mit dem Mengen- und Wachstumsveränderungen besser verglichen werden können. |
| Bruttonationaleinkommen (BNE) | Einkommen der Inländer aus wirtschaftlicher Tätigkeit und Vermögen einschließlich entsprechender Einkommen aus dem Ausland. |
| Bruttowertschöpfung | Wert der produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich eingesetzter Vorleistungen. |
| Wirtschaftswachstum | Zunahme der wirtschaftlichen Leistung, häufig gemessen an der Veränderung des realen BIP. |
| Konjunktur | Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im Zeitablauf. |
| Konjunkturzyklus | Abfolge verschiedener Phasen wirtschaftlicher Entwicklung. |
| Aufschwung | Phase zunehmender Produktion, Nachfrage und wirtschaftlicher Aktivität. |
| Boom | Phase besonders hoher wirtschaftlicher Auslastung und starker Nachfrage. |
| Abschwung | Phase nachlassender wirtschaftlicher Aktivität. |
| Rezession | Phase deutlicher wirtschaftlicher Abschwächung. Eine häufig verwendete technische Faustregel sind zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem realem BIP, doch wirtschaftswissenschaftliche Beurteilungen können breiter angelegt sein. |
| Depression | Besonders schwere und länger anhaltende wirtschaftliche Krise mit starkem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität. |
| Stagnation | Situation mit kaum wachsender oder nahezu unveränderter Wirtschaftsleistung. |
| Stagflation | Gleichzeitiges Auftreten schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und hoher Inflation. |
| Pro-Kopf-Einkommen | Durchschnittliches Einkommen je Einwohner einer Volkswirtschaft oder Region. |
| Volkseinkommen | Summe bestimmter Erwerbs- und Vermögenseinkommen der Inländer. |
| Schattenwirtschaft | Wirtschaftliche Tätigkeiten, die ganz oder teilweise außerhalb regulärer statistischer oder steuerlicher Erfassung stattfinden. |
| Strukturwandel | Langfristige Veränderung der wirtschaftlichen Zusammensetzung, beispielsweise vom Industrie- zum Dienstleistungssektor. |
| Saisonbereinigung | Statistisches Verfahren, mit dem regelmäßig wiederkehrende jahreszeitliche Schwankungen aus Zeitreihen herausgerechnet werden. |
| Konjunkturindikator | Kennzahl, die Hinweise auf die aktuelle oder künftige wirtschaftliche Entwicklung liefert. |
| Frühindikator | Kennzahl, deren Veränderung einer konjunkturellen Entwicklung häufig vorausgeht. |
| Spätindikator | Kennzahl, die wirtschaftliche Veränderungen häufig erst zeitlich verzögert widerspiegelt. |
| Kapazitätsauslastung | Maß dafür, in welchem Umfang vorhandene Produktionsmöglichkeiten tatsächlich genutzt werden. |

Inflation, Preise und Geldwert
Bei Preisentwicklungen werden mehrere Begriffe häufig miteinander verwechselt. Die Deutsche Bundesbank beschreibt Inflation als über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Dadurch verliert Geld an Kaufkraft. Bei Deflation sinkt das allgemeine Preisniveau dagegen über längere Zeit.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Inflation | Anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, durch den die Kaufkraft des Geldes sinkt. |
| Inflationsrate | Prozentuale Veränderung eines Preisindex gegenüber einem Vergleichszeitraum. |
| Deflation | Anhaltendes Sinken des allgemeinen Preisniveaus. |
| Disinflation | Rückgang der Inflationsrate; die Preise können dabei weiterhin steigen, allerdings langsamer. |
| Hyperinflation | Extrem schnelle und sehr starke Geldentwertung mit außergewöhnlich hohen Preissteigerungsraten. |
| Kerninflation | Preissteigerungsrate, bei der besonders stark schwankende Bestandteile häufig herausgerechnet werden, um den zugrunde liegenden Preistrend besser zu erkennen. |
| Preisniveau | Durchschnittliches Niveau der Preise von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. |
| Preisstabilität | Zustand, bei dem sich das allgemeine Preisniveau über längere Zeit nur begrenzt verändert. |
| Kaufkraft | Menge an Waren und Dienstleistungen, die mit einem bestimmten Geldbetrag gekauft werden kann. |
| Geldwert | Kaufkraft einer Geldeinheit. |
| Verbraucherpreisindex (VPI) | Index, der die durchschnittliche Preisentwicklung der von privaten Haushalten gekauften Waren und Dienstleistungen misst. |
| Warenkorb | Für die Preisstatistik zusammengestellte Auswahl repräsentativer Waren und Dienstleistungen mit festgelegten Gewichtungen. |
| Teuerungsrate | Im allgemeinen Sprachgebrauch eine andere Bezeichnung für die Inflationsrate. |
| Preisindex | Statistische Kennzahl zur Messung von Preisveränderungen gegenüber einem Vergleichszeitraum. |
| Nominalwert | In Geld ausgedrückter Wert ohne Bereinigung um Preisänderungen. |
| Realwert | Um Preisveränderungen bereinigter Wert. |
Der deutsche Verbraucherpreisindex bildet einen Warenkorb von rund 700 Güterarten ab. Seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr beziehungsweise dem entsprechenden Vorjahresmonat wird als Inflations- beziehungsweise Teuerungsrate bezeichnet.
Geld, Banken und Geldpolitik
Zentralbanken beeinflussen über ihre Geldpolitik Finanzierungskonditionen und damit mittelbar wirtschaftliche Nachfrage und Preisentwicklung. Im Eurosystem unterscheidet die Bundesbank außerdem die Geldmengen M1, M2 und M3, die unterschiedlich weit gefasst sind.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Geld | Allgemein akzeptiertes Tausch-, Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel sowie Recheneinheit. |
| Bargeld | Banknoten und Münzen. |
| Buchgeld | Guthaben auf Konten, über die Zahlungen vorgenommen werden können. |
| Zentralbankgeld | Geld, das von einer Zentralbank geschaffen wird und insbesondere Bargeld sowie Guthaben von Banken bei der Zentralbank umfasst. |
| Geldmenge | Bestand an Geld in einer Volkswirtschaft nach einer bestimmten statistischen Abgrenzung. |
| M1 | Eng gefasste Geldmenge des Eurosystems mit Bargeldumlauf und täglich fälligen Einlagen. |
| M2 | M1 zuzüglich bestimmter kurzfristiger Einlagen. |
| M3 | Weit gefasste Geldmenge, die M2 und weitere kurzfristige geldnahe Finanzinstrumente umfasst. |
| Geldschöpfung | Entstehung zusätzlichen Geldes innerhalb des Geldsystems. |
| Zentralbank | Institution, die unter anderem Geldpolitik betreibt und Zentralbankgeld bereitstellt. |
| Europäische Zentralbank (EZB) | Zentralbank des Euro-Währungsgebiets und zentrale Institution des Eurosystems. |
| Eurosystem | EZB und nationale Zentralbanken der Staaten, deren Währung der Euro ist. |
| Geldpolitik | Maßnahmen einer Zentralbank zur Erreichung ihrer geldpolitischen Ziele. |
| Leitzins | Von einer Zentralbank festgelegter Zinssatz beziehungsweise zentraler geldpolitischer Zinssatz, der Finanzierungsbedingungen beeinflusst. |
| Zinspolitik | Einsatz und Veränderung geldpolitischer Zinssätze. |
| Mindestreserve | Guthaben, das Banken entsprechend den geltenden Regeln bei der Zentralbank halten müssen. |
| Quantitative Lockerung | Geldpolitische Maßnahme, bei der eine Zentralbank in größerem Umfang Wertpapiere ankauft. |
| Quantitative Straffung | Abbau von Wertpapierbeständen, die zuvor im Zuge umfangreicher Ankaufprogramme aufgebaut wurden. |
| Transmissionsmechanismus | Wirkungsweg, über den geldpolitische Entscheidungen auf Finanzierungsbedingungen, Nachfrage und Preise einwirken. |
| Bank | Unternehmen, das je nach Geschäftsmodell unter anderem Einlagen entgegennimmt, Kredite vergibt und Zahlungsverkehr abwickelt. |
| Geschäftsbank | Bank, die Bankgeschäfte für Privatpersonen, Unternehmen oder andere Kunden anbietet. |
| Einlage | Geldbetrag, der bei einem Kreditinstitut angelegt oder auf einem Konto gehalten wird. |
| Einlagensicherung | Schutzsystem für bestimmte Kundeneinlagen bei einer Bankinsolvenz innerhalb gesetzlich festgelegter Grenzen. |
| Kredit | Überlassung von Geld oder Kaufkraft mit der Verpflichtung zur späteren Rückzahlung. |
| Darlehen | Vertragliche Überlassung von Geld oder anderen vertretbaren Sachen mit späterer Rückgabepflicht. |
| Tilgung | Rückzahlung einer Schuld beziehungsweise eines Kredits. |
| Zins | Preis für die zeitweise Überlassung von Kapital. |
| Zinssatz | Zins in Prozent des zugrunde liegenden Kapitalbetrags. |
| Zinseszins | Zins, der auch auf zuvor gutgeschriebene Zinsen berechnet wird. |
| Nominalzins | Angegebener Zinssatz ohne Bereinigung um die Geldentwertung. |
| Realzins | Zinssatz unter Berücksichtigung der Preisentwicklung. |
| Bonität | Einschätzung der Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. |
| Kreditwürdigkeit | Andere Bezeichnung für die Bonität eines Kreditnehmers. |
| Kreditausfall | Situation, in der ein Schuldner vereinbarte Zahlungen nicht vollständig leisten kann. |
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt in Deutschland bestimmte Einlagen grundsätzlich bis zu festgelegten Höchstgrenzen. Die BaFin erläutert die Funktionsweise und den Ablauf eines Entschädigungsfalls ausführlich.

BWL Begriffe rund um Unternehmen
Die Betriebswirtschaftslehre betrachtet wirtschaftliche Entscheidungen innerhalb einzelner Unternehmen und Organisationen. BWL Begriffe betreffen deshalb beispielsweise Unternehmensformen, Planung, Finanzierung, Einkauf, Produktion und Unternehmensführung.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Unternehmen | Wirtschaftlich tätige Organisation, die Waren herstellt oder Dienstleistungen anbietet. |
| Betrieb | Organisatorische Einheit, in der wirtschaftliche Leistungen erstellt werden. |
| Unternehmer | Person oder Organisation, die wirtschaftliche Tätigkeit auf eigene Verantwortung ausübt. |
| Geschäftsmodell | Beschreibung, wie ein Unternehmen Leistungen erstellt, Kunden erreicht und Einnahmen erzielt. |
| Wertangebot | Nutzen beziehungsweise Mehrwert, den ein Unternehmen seinen Kunden mit einem Produkt oder einer Dienstleistung verspricht. |
| Geschäftsjahr | Zeitraum, für den ein Unternehmen seinen Jahresabschluss erstellt. |
| Geschäftsführung | Leitung der laufenden Geschäfte eines Unternehmens. |
| Vorstand | Leitungsorgan insbesondere einer Aktiengesellschaft. |
| Aufsichtsrat | Kontrollorgan bestimmter Kapitalgesellschaften, das unter anderem die Geschäftsleitung überwacht. |
| Hauptversammlung | Versammlung der Aktionäre einer Aktiengesellschaft. |
| Stakeholder | Personen oder Gruppen, die Interessen gegenüber einem Unternehmen haben oder von dessen Tätigkeit betroffen sind. |
| Shareholder | Anteilseigner eines Unternehmens, insbesondere Aktionäre. |
| Corporate Governance | Regeln und Strukturen einer verantwortungsvollen Leitung und Kontrolle eines Unternehmens. |
| Compliance | Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie interner Regeln und Vorgaben. |
| Controlling | Unternehmensfunktion zur Planung, Steuerung und Kontrolle wirtschaftlicher Ziele und Kennzahlen. |
| Benchmark | Vergleichsmaßstab, anhand dessen Leistungen oder Ergebnisse beurteilt werden. |
| Benchmarking | Systematischer Vergleich eigener Leistungen oder Abläufe mit geeigneten Vergleichswerten. |
| Outsourcing | Auslagerung bestimmter Tätigkeiten oder Geschäftsprozesse an externe Anbieter. |
| Insourcing | Rückführung beziehungsweise interne Übernahme zuvor extern erbrachter Tätigkeiten. |
| Joint Venture | Gemeinschaftliches Unternehmen beziehungsweise Projekt mehrerer rechtlich selbstständiger Partner. |
| Fusion | Zusammenschluss von Unternehmen. |
| Übernahme | Erwerb eines Unternehmens oder einer beherrschenden Beteiligung daran. |
| Holding | Gesellschaft, deren Hauptzweck häufig im Halten und Verwalten von Beteiligungen an anderen Unternehmen besteht. |
| Konzern | Zusammenschluss rechtlich selbstständiger Unternehmen unter einheitlicher Leitung. |
| Tochtergesellschaft | Unternehmen, das von einem anderen Unternehmen beherrscht wird. |
| Muttergesellschaft | Unternehmen, das auf eine oder mehrere Tochtergesellschaften beherrschenden Einfluss ausübt. |
| Franchise | Vertriebs- und Geschäftssystem, bei dem ein Unternehmen anderen selbstständigen Unternehmen die Nutzung eines etablierten Konzepts gegen vereinbarte Gegenleistungen erlaubt. |
| Lizenz | Vertraglich eingeräumtes Recht zur Nutzung beispielsweise einer Marke, Technologie oder eines Patents. |
| Patent | Gewerbliches Schutzrecht für bestimmte technische Erfindungen. |
| Skalierbarkeit | Fähigkeit eines Geschäftsmodells, erheblich zu wachsen, ohne dass der Ressourceneinsatz im gleichen Verhältnis steigen muss. |
| Synergie | Zusätzlicher Nutzen, der durch das Zusammenwirken mehrerer Einheiten entstehen kann. |
| Restrukturierung | Neuordnung von Organisation, Finanzierung oder Geschäftsbereichen eines Unternehmens. |
| Sanierung | Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung eines Unternehmens in Schwierigkeiten. |
| Insolvenz | Zustand beziehungsweise rechtliches Verfahren bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung unter den gesetzlichen Voraussetzungen. |
| Zahlungsunfähigkeit | Situation, in der fällige Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllt werden können. |
| Liquidation | Geordnete Beendigung eines Unternehmens unter Verwertung seines Vermögens und Begleichung seiner Verpflichtungen. |
Unternehmensformen und Gesellschaftsrecht
Auch Rechtsformen gehören zur Wirtschaftssprache, weil sie Haftung, Finanzierung und Unternehmensorganisation maßgeblich prägen.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Einzelunternehmen | Unternehmen, das von einer einzelnen natürlichen Person geführt wird. |
| Personengesellschaft | Gesellschaft, bei der die beteiligten Personen stärker im Mittelpunkt stehen als das verselbstständigte Gesellschaftskapital. |
| Kapitalgesellschaft | Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit und grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen begrenzter Haftung. |
| GbR | Gesellschaft bürgerlichen Rechts; Zusammenschluss mehrerer Personen zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks. |
| OHG | Offene Handelsgesellschaft, bei der die Gesellschafter grundsätzlich persönlich haften. |
| KG | Kommanditgesellschaft mit mindestens einem persönlich haftenden und mindestens einem beschränkt haftenden Gesellschafter. |
| GmbH | Gesellschaft mit beschränkter Haftung und eigener Rechtspersönlichkeit. |
| UG | Unternehmergesellschaft als besondere Form der GmbH mit niedrigerem möglichen Stammkapital und gesetzlichen Rücklagenregeln. |
| AG | Aktiengesellschaft, deren Grundkapital in Aktien zerlegt ist. |
| Genossenschaft | Zusammenschluss von Mitgliedern zur gemeinsamen Förderung ihrer wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Interessen. |
| Gesellschafter | Person oder Organisation, die an einer Gesellschaft beteiligt ist. |
| Aktionär | Inhaber einer oder mehrerer Aktien einer Aktiengesellschaft. |
| Stammkapital | Im Gesellschaftsvertrag einer GmbH festgelegtes Kapital. |
| Grundkapital | Satzungsmäßiges Kapital einer Aktiengesellschaft. |
| Haftung | Rechtliche Verpflichtung, für bestimmte Verbindlichkeiten oder Schäden einzustehen. |

Rechnungswesen und Buchhaltung
Das Rechnungswesen dokumentiert und analysiert wirtschaftliche Vorgänge eines Unternehmens. Viele wirtschaftliche Fachbegriffe stammen deshalb aus Bilanzierung und Buchführung.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Buchführung | Systematische Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle eines Unternehmens. |
| Buchhaltung | Praktische Organisation und Durchführung der Buchführung. |
| Bilanz | Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital beziehungsweise Aktiva und Passiva zu einem bestimmten Stichtag. |
| Aktiva | Vermögensseite einer Bilanz. |
| Passiva | Kapital- und Finanzierungsseite einer Bilanz. |
| Bilanzsumme | Summe der Aktiva beziehungsweise identische Summe der Passiva einer Bilanz. |
| Anlagevermögen | Vermögenswerte, die einem Unternehmen längerfristig dienen sollen. |
| Umlaufvermögen | Vermögenswerte, die nicht dauerhaft im Unternehmen verbleiben sollen, beispielsweise Vorräte oder kurzfristige Forderungen. |
| Eigenkapital | Kapital, das den Eigentümern eines Unternehmens zugerechnet wird. |
| Fremdkapital | Kapital, das einem Unternehmen von Gläubigern zur Verfügung gestellt wird. |
| Eigenkapitalquote | Anteil des Eigenkapitals an einer Bezugsgröße, häufig an der Bilanzsumme. |
| Forderung | Anspruch eines Unternehmens auf eine Zahlung oder andere Leistung. |
| Verbindlichkeit | Verpflichtung gegenüber einem Gläubiger. |
| Rückstellung | Bilanzposten für Verpflichtungen, deren Höhe oder Fälligkeit noch nicht genau feststeht. |
| Rücklage | Bestandteil des Eigenkapitals, der nicht als gezeichnetes Kapital ausgewiesen wird. |
| Abschreibung | Rechnerische Erfassung einer Wertminderung von Vermögensgegenständen über einen bestimmten Zeitraum. |
| Zuschreibung | Erhöhung des bilanziellen Wertes eines Vermögensgegenstands unter den dafür geltenden Voraussetzungen. |
| Inventur | Erfassung vorhandener Vermögenswerte und Schulden zu einem bestimmten Zeitpunkt. |
| Inventar | Aus der Inventur hervorgehendes detailliertes Verzeichnis von Vermögen und Schulden. |
| Jahresabschluss | Rechnungslegungsabschluss eines Geschäftsjahres, insbesondere mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. |
| Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) | Rechnung, die Erträge und Aufwendungen eines Zeitraums gegenüberstellt. |
| Ertrag | Wertmäßiger Zuwachs innerhalb einer Rechnungsperiode. |
| Aufwand | Wertmäßiger Verbrauch innerhalb einer Rechnungsperiode. |
| Einnahme | Zunahme bestimmter Geldvermögenspositionen. |
| Ausgabe | Abnahme bestimmter Geldvermögenspositionen. |
| Einzahlung | Tatsächlicher Zufluss liquider Mittel. |
| Auszahlung | Tatsächlicher Abfluss liquider Mittel. |
| Kosten | Bewerteter Verbrauch von Gütern und Leistungen zur betrieblichen Leistungserstellung. |
| Leistung | In der Kosten- und Leistungsrechnung bewertetes Ergebnis betrieblicher Tätigkeit. |
| Fixkosten | Kosten, die innerhalb eines bestimmten Beschäftigungsbereichs nicht unmittelbar mit der Produktionsmenge schwanken. |
| Variable Kosten | Kosten, deren Höhe sich mit der Produktions- oder Absatzmenge verändert. |
| Einzelkosten | Kosten, die einem bestimmten Kostenträger unmittelbar zugeordnet werden können. |
| Gemeinkosten | Kosten, die mehreren Produkten oder Bereichen gemeinsam zuzurechnen sind. |
| Stückkosten | Durchschnittliche Kosten je produzierter Einheit. |
| Deckungsbeitrag | Betrag, der nach Abzug bestimmter variabler Kosten vom Erlös zur Deckung fixer Kosten und anschließend zum Gewinn beiträgt. |
| Kostenstelle | Organisatorischer Bereich, dem Kosten zugerechnet werden. |
| Kostenträger | Produkt, Auftrag oder Leistung, für die Kosten ermittelt werden. |
Umsatz, Erlös und Gewinn
Diese Begriffe werden im Alltag häufig vermischt. Wirtschaftlich sind sie jedoch zu unterscheiden.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Umsatz | Erlöse aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen innerhalb eines Zeitraums. |
| Umsatzerlöse | Erlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit durch Verkauf oder Leistungserbringung. |
| Gewinn | Positiver wirtschaftlicher Überschuss, wenn Erträge die entsprechenden Aufwendungen übersteigen. |
| Verlust | Negatives Ergebnis, wenn Aufwendungen höher sind als die entsprechenden Erträge. |
| Jahresüberschuss | Positives Ergebnis eines Geschäftsjahres nach der Gewinn- und Verlustrechnung. |
| Jahresfehlbetrag | Negatives Ergebnis eines Geschäftsjahres. |
| Rohertrag | Ertragsgröße nach Abzug bestimmter unmittelbar zurechenbarer Aufwendungen; genaue Berechnung hängt vom verwendeten Rechnungsmodell ab. |
| Marge | Differenz oder Verhältnis zwischen bestimmten Einkaufs-, Verkaufs- oder Ergebnisgrößen. |
| Gewinnmarge | Gewinn im Verhältnis zu einer Bezugsgröße, häufig zum Umsatz. |
| Umsatzrendite | Ergebniskennzahl, die Gewinn beziehungsweise operatives Ergebnis ins Verhältnis zum Umsatz setzt. |
| Break-even-Point | Absatz- oder Umsatzmenge, bei der Erlöse und relevante Kosten gleich hoch sind. |
| Gewinnschwelle | Deutsche Bezeichnung für den Break-even-Point. |
| EBIT | Ergebnis vor Zinsen und Steuern. |
| EBITDA | Ergebnis vor Zinsen, Steuern und bestimmten Abschreibungen. |
| Cashflow | Zahlungsorientierte Kennzahl, die Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse beziehungsweise daraus abgeleitete Zahlungsüberschüsse betrachtet. |
| Free Cashflow | Finanzmittelüberschuss nach bestimmten operativen Zahlungen und Investitionen, der für Kapitalgeber oder weitere Zwecke verfügbar sein kann. |

Finanzierung und Unternehmenskapital
Unternehmen benötigen Kapital für Gründung, Investitionen, Wachstum und laufende Geschäfte. Entsprechend umfangreich ist die Fachsprache der Finanzierung.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Finanzierung | Beschaffung und Bereitstellung finanzieller Mittel. |
| Innenfinanzierung | Finanzierung aus Mitteln, die innerhalb des Unternehmens entstehen. |
| Außenfinanzierung | Zuführung von Kapital durch externe Kapitalgeber. |
| Eigenfinanzierung | Finanzierung durch zusätzliches Eigenkapital beziehungsweise entsprechende Eigenmittel. |
| Fremdfinanzierung | Finanzierung durch Kapital, das zurückgezahlt werden muss. |
| Kapitalerhöhung | Erhöhung des Eigenkapitals einer Gesellschaft nach den jeweiligen rechtlichen Regeln. |
| Kapitalbedarf | Menge an finanziellen Mitteln, die für einen bestimmten Zweck benötigt wird. |
| Liquidität | Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverpflichtungen rechtzeitig erfüllen zu können; der Begriff kann außerdem die Handelbarkeit von Vermögenswerten beschreiben. |
| Liquiditätsplanung | Planung erwarteter Einzahlungen und Auszahlungen, um Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. |
| Working Capital | Kurzfristig gebundene Finanzgröße, häufig aus Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten berechnet. |
| Leasing | Zeitlich begrenzte Nutzung eines Wirtschaftsguts gegen regelmäßige Zahlungen. |
| Factoring | Verkauf von Forderungen an ein spezialisiertes Unternehmen. |
| Venture Capital | Beteiligungskapital für junge oder wachstumsorientierte Unternehmen mit erhöhtem Risiko. |
| Private Equity | Beteiligungskapital, das außerhalb öffentlicher Börsen in Unternehmen investiert wird. |
| Crowdfunding | Finanzierung eines Projekts oder Unternehmens durch zahlreiche Geldgeber, häufig über Internetplattformen. |
| Crowdinvesting | Form der Schwarmfinanzierung, bei der Geldgeber wirtschaftlich am Erfolg oder an vereinbarten Zahlungsansprüchen beteiligt werden. |
| Mezzanine-Kapital | Finanzierungsform mit Eigenschaften zwischen klassischem Eigen- und Fremdkapital. |
| Leverage | Hebelwirkung des Fremdkapitaleinsatzes auf die Eigenkapitalrendite und gleichzeitig auf das finanzielle Risiko. |
| Finanzierungsrunde | Phase, in der ein Unternehmen neues Kapital von Investoren einwirbt. |
| Due Diligence | Strukturierte Prüfung eines Unternehmens oder Vermögenswerts vor einer Transaktion oder Investition. |
| Unternehmensbewertung | Ermittlung eines wirtschaftlichen Wertes eines Unternehmens anhand geeigneter Verfahren. |
| Barwert | Heutiger Wert zukünftiger Zahlungen nach Abzinsung. |
| Diskontierung | Umrechnung zukünftiger Geldbeträge auf ihren heutigen Wert. |
| Annuität | Regelmäßig gleichbleibende Zahlung, die häufig aus Zins- und Tilgungsanteil besteht. |

Börse und Wertpapiere
An der Börse treffen Kapitalangebot und Kapitalnachfrage zusammen. Neben Aktien gehören Anleihen, Fonds und zahlreiche weitere Wertpapiere zum Finanzmarkt. Die BaFin beaufsichtigt in Deutschland unter anderem Banken und den Wertpapierhandel und stellt umfangreiche Verbraucherinformationen über Geldanlagen bereit.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Börse | Organisierter Handelsplatz für bestimmte Güter oder Finanzinstrumente. |
| Wertpapier | Urkunde beziehungsweise heute meist elektronisch geführtes Finanzinstrument, das bestimmte Vermögensrechte verkörpert. |
| Aktie | Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verkörpert. |
| Stammaktie | Aktie, die grundsätzlich reguläre Mitgliedschafts- und Stimmrechte vermittelt. |
| Vorzugsaktie | Aktie mit besonderen Vermögensrechten, häufig gegen eingeschränkte oder fehlende Stimmrechte. |
| Dividende | Ausschüttung einer Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre, sofern eine solche beschlossen wird. |
| Dividendenrendite | Verhältnis der Dividende zum Aktienkurs, gewöhnlich in Prozent angegeben. |
| Aktienkurs | Aktueller Marktpreis einer Aktie. |
| Marktkapitalisierung | Börsenwert eines Unternehmens, meist Aktienkurs multipliziert mit der Zahl ausstehender Aktien. |
| Index | Kennzahl, die die Entwicklung einer ausgewählten Gruppe von Werten zusammenfasst. |
| DAX | Bedeutender deutscher Aktienindex der Frankfurter Wertpapierbörse. |
| Anleihe | Schuldinstrument, mit dem ein Emittent Kapital aufnimmt und sich zu vereinbarten Zahlungen verpflichtet. |
| Staatsanleihe | Von einem Staat ausgegebene Anleihe. |
| Unternehmensanleihe | Von einem Unternehmen ausgegebenes Schuldinstrument. |
| Kupon | Bezeichnung für die vereinbarte Verzinsung beziehungsweise Zinszahlung einer klassischen Anleihe. |
| Emittent | Herausgeber eines Wertpapiers. |
| Emission | Ausgabe neuer Wertpapiere oder anderer Finanzinstrumente. |
| Rendite | Verhältnis des Ertrags einer Kapitalanlage zum eingesetzten Kapital innerhalb eines bestimmten Zeitraums. |
| Kursgewinn | Gewinn, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts zu einem höheren Kurs als dem Kaufkurs entsteht. |
| Kursverlust | Verlust durch Verkauf beziehungsweise Bewertung zu einem niedrigeren Kurs. |
| Volatilität | Maß für die Stärke von Wert- oder Kursschwankungen. |
| Bullenmarkt | Längerer Marktabschnitt mit deutlich steigenden Kursen. |
| Bärenmarkt | Längerer Marktabschnitt mit deutlich fallenden Kursen. |
| Portfolio | Gesamtheit verschiedener Anlagen eines Investors. |
| Diversifikation | Verteilung von Kapital auf unterschiedliche Anlagen, um Konzentrationsrisiken zu verringern. |
| Fonds | Anlagekonstrukt, in dem Gelder mehrerer Anleger gemeinsam investiert werden. |
| Investmentfonds | Fonds, dessen Vermögen nach einer bestimmten Anlagestrategie investiert wird. |
| ETF | Börsengehandelter Fonds, der häufig einen Index abbildet, wobei unterschiedliche Konstruktionen möglich sind. |
| Indexfonds | Fonds, der einen bestimmten Index möglichst genau nachbilden soll. |
| Depot | Konto beziehungsweise Verwahreinrichtung für Wertpapiere. |
| Broker | Vermittler beziehungsweise Dienstleister für Wertpapiergeschäfte. |
| Order | Auftrag zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers. |
| Limit | Vorab festgelegte Preisgrenze für einen Kauf- oder Verkaufsauftrag. |
| Spread | Differenz zwischen zwei Preisen oder Zinssätzen, beispielsweise zwischen Geld- und Briefkurs. |
| Geldkurs | Preis, zu dem Marktteilnehmer bereit sind, ein Wertpapier zu kaufen. |
| Briefkurs | Preis, zu dem Marktteilnehmer bereit sind, ein Wertpapier zu verkaufen. |
| IPO | Börsengang, bei dem Aktien eines Unternehmens erstmals öffentlich am Kapitalmarkt angeboten beziehungsweise zum Börsenhandel gebracht werden. |
| Kapitalmarkt | Markt für mittel- und langfristige Finanzierung sowie entsprechende Finanzinstrumente. |
| Geldmarkt | Markt für kurzfristige Finanzierungen und liquide Finanzinstrumente. |
| Derivat | Finanzinstrument, dessen Wert von der Entwicklung eines zugrunde liegenden Wertes abhängt. |
| Termingeschäft | Geschäft, dessen Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. |
| Hedge | Absicherung einer bestehenden wirtschaftlichen Position gegen bestimmte Risiken. |
| Arbitrage | Ausnutzung von Preisunterschieden desselben oder eng zusammenhängender Vermögenswerte an verschiedenen Märkten. |
| Spekulation | Eingehen wirtschaftlicher Risiken in Erwartung künftiger Preis- oder Kursbewegungen. |
| Rating | Standardisierte Einschätzung beispielsweise der Kreditwürdigkeit eines Schuldners oder Wertpapiers. |
Arbeitsmarkt und Beschäftigung
Arbeitsmarktstatistiken verwenden sehr genaue Definitionen. Arbeitslos und erwerbslos sind beispielsweise keine vollständig deckungsgleichen Begriffe. Destatis weist ausdrücklich darauf hin, dass Erwerbslosigkeit nach dem internationalen ILO-Konzept und registrierte Arbeitslosigkeit nach den deutschen sozialrechtlichen Regeln unterschiedlich abgegrenzt werden.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Arbeitsmarkt | Markt beziehungsweise wirtschaftlicher Bereich, in dem Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage zusammentreffen. |
| Erwerbstätige | Nach ILO-Abgrenzung Personen ab 15 Jahren, die die statistischen Voraussetzungen einer Erwerbstätigkeit erfüllen. |
| Erwerbslose | Nach ILO-Konzept nicht erwerbstätige Personen, die aktiv Arbeit suchen und kurzfristig verfügbar sind. |
| Arbeitslose | In Deutschland nach den entsprechenden gesetzlichen Regeln registrierte Arbeitsuchende, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. |
| Arbeitslosenquote | Anteil registrierter Arbeitsloser an einer definierten Gruppe von Erwerbspersonen. |
| Erwerbslosenquote | Anteil der Erwerbslosen an der Summe aus Erwerbstätigen und Erwerbslosen. |
| Erwerbspersonen | Summe aus Erwerbstätigen und Erwerbslosen nach der jeweiligen statistischen Abgrenzung. |
| Beschäftigung | Ausübung einer beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Zahl und Umfang bestehender Arbeitsverhältnisse. |
| Vollbeschäftigung | Zustand mit sehr hoher Beschäftigung und vergleichsweise geringer Arbeitslosigkeit; eine völlig arbeitslosefreie Volkswirtschaft ist damit nicht zwingend gemeint. |
| Fachkräftemangel | Situation, in der für bestimmte qualifizierte Tätigkeiten nicht genügend geeignete Arbeitskräfte verfügbar sind. |
| Lohn | Vergütung für geleistete Arbeit, traditionell häufig bei gewerblichen Beschäftigten verwendet. |
| Gehalt | Regelmäßig gezahlte Arbeitsvergütung, traditionell insbesondere bei Angestellten. |
| Bruttolohn | Arbeitsentgelt vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. |
| Nettolohn | Arbeitsentgelt nach den entsprechenden Abzügen. |
| Nominallohn | In Geld ausgedrückter Lohn ohne Bereinigung um Preisänderungen. |
| Reallohn | Lohn unter Berücksichtigung der Preisentwicklung und damit der Kaufkraft. |
| Lohnstückkosten | Arbeitskosten im Verhältnis zur produzierten Leistung beziehungsweise Produktivität. |
| Tarifvertrag | Vereinbarung zwischen Tarifvertragsparteien über Arbeits- und Entgeltbedingungen. |
| Mindestlohn | Gesetzlich oder tariflich festgelegte Untergrenze für die Vergütung von Arbeit. |
| Kurzarbeit | Vorübergehende Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit wegen eines erheblichen Arbeitsausfalls unter den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen. |
| Humankapital | Wirtschaftswissenschaftlicher Begriff für Wissen, Fähigkeiten, Erfahrung und Qualifikation von Menschen. |
| Fluktuation | Wechsel von Beschäftigten in und aus einem Unternehmen beziehungsweise einer Organisation. |
Destatis definiert Erwerbstätige nach dem ILO-Konzept bereits dann als erwerbstätig, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind und mindestens eine Stunde in der Referenzwoche gegen Entgelt gearbeitet wurde. Deshalb können Arbeitsmarktstatistiken auf den ersten Blick überraschende Abgrenzungen enthalten.

Außenhandel und internationale Wirtschaft
Kaum eine größere Volkswirtschaft wirtschaftet ausschließlich innerhalb der eigenen Grenzen. Waren, Dienstleistungen und Kapital werden international gehandelt.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Außenhandel | Handel eines Landes mit anderen Ländern. |
| Export | Verkauf beziehungsweise Lieferung von Waren oder Dienstleistungen ins Ausland. |
| Import | Bezug von Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland. |
| Handelsbilanz | Gegenüberstellung der Warenexporte und Warenimporte eines Landes. |
| Handelsüberschuss | Situation, in der der Wert der Warenexporte den Wert der Warenimporte übersteigt. |
| Handelsdefizit | Situation, in der der Wert der Warenimporte höher ist als der Wert der Warenexporte. |
| Außenbeitrag | Saldo aus Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. |
| Leistungsbilanz | Teil der Zahlungsbilanz, in dem unter anderem Waren-, Dienstleistungs- und bestimmte Einkommensströme erfasst werden. |
| Kapitalbilanz | Teil der Zahlungsbilanz, der internationale Käufe und Verkäufe von Vermögenswerten beziehungsweise entsprechende Finanztransaktionen erfasst. |
| Zahlungsbilanz | Systematische Darstellung wirtschaftlicher Transaktionen zwischen Inländern und dem Ausland innerhalb eines Zeitraums. |
| Freihandel | Internationaler Handel mit möglichst wenigen handelsbeschränkenden Eingriffen. |
| Protektionismus | Wirtschaftspolitik, die heimische Anbieter durch Handelsbeschränkungen oder andere Eingriffe schützen soll. |
| Zoll | Abgabe, die insbesondere beim grenzüberschreitenden Warenverkehr erhoben werden kann. |
| Handelsbarriere | Maßnahme oder Regel, die internationalen Handel erschwert oder verteuert. |
| Wechselkurs | Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen. |
| Aufwertung | Wertsteigerung einer Währung gegenüber einer anderen Währung. |
| Abwertung | Wertverlust einer Währung gegenüber einer anderen Währung. |
| Devisen | Forderungen beziehungsweise Guthaben in fremder Währung, die im internationalen Zahlungsverkehr genutzt werden können. |
| Globalisierung | Zunehmende internationale Verflechtung von Wirtschaft, Handel, Kapital, Kommunikation und Produktion. |
| Lieferkette | Abfolge von Unternehmen, Tätigkeiten und Transportwegen von der Beschaffung bis zum Endkunden. |
| Supply Chain | Englische Bezeichnung für Lieferkette. |
| Direktinvestition | Grenzüberschreitende Investition mit längerfristigem wirtschaftlichem Interesse und regelmäßig erheblichem Einfluss auf ein Unternehmen. |
| Komparativer Vorteil | Ökonomisches Konzept, nach dem Spezialisierung und Handel auch dann vorteilhaft sein können, wenn ein Handelspartner sämtliche Güter absolut effizienter herstellen könnte. |
Staat, Steuern und öffentliche Finanzen
Auch staatliche Einnahmen, Ausgaben und wirtschaftspolitische Maßnahmen besitzen eine eigene Fachsprache.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Staatshaushalt | Gegenüberstellung beziehungsweise Planung staatlicher Einnahmen und Ausgaben für einen bestimmten Zeitraum. |
| Defizit | Negativer Saldo, bei dem Ausgaben höher sind als Einnahmen. |
| Überschuss | Positiver Saldo, bei dem Einnahmen höher sind als Ausgaben. |
| Staatsverschuldung | Gesamtheit bestimmter finanzieller Verbindlichkeiten des Staates. |
| Neuverschuldung | Zusätzliche Aufnahme staatlicher Schulden innerhalb eines Zeitraums. |
| Finanzpolitik | Staatliche Gestaltung von Einnahmen und Ausgaben zur Erreichung wirtschafts- und finanzpolitischer Ziele. |
| Fiskalpolitik | Einsatz staatlicher Einnahmen und Ausgaben zur Beeinflussung wirtschaftlicher Entwicklungen. |
| Steuer | Geldleistung an den Staat ohne unmittelbaren Anspruch auf eine konkrete individuelle Gegenleistung. |
| Einkommensteuer | Steuer auf das Einkommen natürlicher Personen nach den gesetzlichen Regeln. |
| Körperschaftsteuer | Steuer insbesondere auf das Einkommen bestimmter juristischer Personen wie Kapitalgesellschaften. |
| Gewerbesteuer | Kommunale Steuer auf den Gewerbeertrag gewerblicher Unternehmen. |
| Umsatzsteuer | Steuer auf bestimmte Lieferungen und Leistungen; im allgemeinen Sprachgebrauch häufig Mehrwertsteuer genannt. |
| Mehrwertsteuer | Umgangssprachliche Bezeichnung für die Umsatzsteuer beziehungsweise das zugrunde liegende Mehrwertsteuersystem. |
| Steuerquote | Verhältnis bestimmter Steuereinnahmen zu einer gesamtwirtschaftlichen Bezugsgröße. |
| Subvention | Staatliche finanzielle oder wirtschaftliche Unterstützung bestimmter Unternehmen, Branchen, Tätigkeiten oder Haushalte. |
| Transferzahlung | Zahlung ohne unmittelbare wirtschaftliche Gegenleistung des Empfängers, beispielsweise bestimmte Sozialleistungen. |
| Staatsquote | Verhältnis staatlicher Ausgaben zu einer gesamtwirtschaftlichen Bezugsgröße, häufig zum BIP. |
| Konjunkturprogramm | Bündel staatlicher Maßnahmen zur Stützung oder Anregung wirtschaftlicher Aktivität. |

Marketing, Vertrieb und Handel
Wirtschaftssprache endet nicht bei Geld und Bilanzen. Auch Marketing und Vertrieb haben zahlreiche fest etablierte Fachbegriffe hervorgebracht.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Marketing | Planung und Umsetzung markt- und kundenbezogener Unternehmensaktivitäten. |
| Zielgruppe | Gruppe von Personen oder Organisationen, die ein Angebot gezielt ansprechen soll. |
| Marktsegment | Teil eines Gesamtmarktes mit gemeinsamen Merkmalen. |
| Marktsegmentierung | Aufteilung eines Marktes in unterscheidbare Kundengruppen. |
| Marktanteil | Anteil eines Unternehmens oder Produkts an einem definierten Gesamtmarkt. |
| Marktforschung | Systematische Erhebung und Auswertung von Informationen über Märkte und Kunden. |
| Marktanalyse | Untersuchung von Marktgröße, Entwicklung, Wettbewerb und Kundenstruktur. |
| Positionierung | Gezielte Einordnung eines Angebots im Verhältnis zu Wettbewerbern und Kundenerwartungen. |
| Marke | Kennzeichnung, unter der Waren oder Dienstleistungen eines Anbieters erkennbar und unterscheidbar werden. |
| Branding | Aufbau und Gestaltung einer Marke und ihrer Wahrnehmung. |
| Vertrieb | Gesamtheit der Tätigkeiten, durch die Produkte oder Dienstleistungen zum Kunden gelangen. |
| Absatz | Menge verkaufter Waren oder Dienstleistungen. |
| Absatzmarkt | Markt, auf dem ein Unternehmen seine Produkte oder Leistungen verkauft. |
| Beschaffungsmarkt | Markt, auf dem Unternehmen benötigte Waren, Rohstoffe oder Leistungen einkaufen. |
| B2B | „Business to Business“: Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen. |
| B2C | „Business to Consumer“: Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und privaten Endkunden. |
| Lead | Potenzieller Kunde, dessen Interesse oder Kontaktdaten für den Vertrieb relevant sind. |
| Conversion | Umwandlung eines Interessenten in eine gewünschte Handlung, beispielsweise einen Kauf. |
| Conversion Rate | Anteil der Nutzer oder Interessenten, die eine festgelegte Zielhandlung ausführen. |
| Customer Journey | Abfolge von Kontakten und Erfahrungen eines Kunden mit einem Unternehmen bis und über den Kauf hinaus. |
| Cross-Selling | Verkauf ergänzender Produkte oder Dienstleistungen an bestehende beziehungsweise kaufbereite Kunden. |
| Upselling | Verkauf einer höherwertigen oder umfangreicheren Variante eines ursprünglich betrachteten Angebots. |
| Rabatt | Preisnachlass gegenüber einem ursprünglichen oder regulären Verkaufspreis. |
| Skonto | Preisnachlass bei Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist beziehungsweise unter festgelegten Zahlungsbedingungen. |
| Listenpreis | Vom Anbieter festgelegter beziehungsweise veröffentlichter Ausgangspreis eines Produkts. |
| Einstandspreis | Preis beziehungsweise Wert, zu dem eine Ware unter Berücksichtigung der verwendeten Kalkulationsmethode beschafft wurde. |
Logistik, Einkauf und Produktion
Auch hinter der Herstellung und Lieferung von Waren steckt eine umfangreiche Fachsprache.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Beschaffung | Versorgung eines Unternehmens mit benötigten Waren, Materialien und Dienstleistungen. |
| Einkauf | Operative und strategische Beschaffung von Waren und Dienstleistungen. |
| Logistik | Planung und Steuerung von Waren-, Informations- und teilweise Personenströmen. |
| Lagerbestand | Menge an Waren oder Materialien, die zu einem bestimmten Zeitpunkt auf Lager liegt. |
| Vorräte | Vermögenswerte wie Rohstoffe, Hilfsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse, die zur Produktion oder zum Verkauf bestimmt sind. |
| Just-in-Time | Beschaffungs- oder Produktionsprinzip, bei dem Materialien möglichst genau zum benötigten Zeitpunkt bereitstehen. |
| Durchlaufzeit | Zeitraum, den ein Auftrag oder Produkt vom Beginn bis zum Abschluss eines Prozesses benötigt. |
| Lieferzeit | Zeitraum zwischen Bestellung beziehungsweise Auftrag und Lieferung. |
| Losgröße | Menge, die in einem Produktions- oder Beschaffungsvorgang gemeinsam hergestellt oder bestellt wird. |
| Kapazität | Maximale oder verfügbare Leistungsfähigkeit einer betrieblichen Einheit innerhalb eines bestimmten Zeitraums. |
| Auslastung | Verhältnis zwischen tatsächlich genutzter und verfügbarer Kapazität. |
| Wertschöpfungskette | Abfolge wirtschaftlicher Tätigkeiten, durch die schrittweise Wert für ein Produkt oder eine Leistung entsteht. |
| Make-or-Buy | Entscheidung, ob eine Leistung selbst erstellt oder von einem externen Anbieter bezogen wird. |
| Qualitätsmanagement | Systematische Planung, Sicherung und Verbesserung der Qualität von Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen. |
Moderne Wirtschaftsbegriffe und Start-up-Sprache
Gerade junge Unternehmen und digitale Geschäftsmodelle haben weitere Begriffe in die deutsche Wirtschaftssprache gebracht.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Start-up | Junges Unternehmen, das häufig ein neuartiges und auf Wachstum ausgerichtetes Geschäftsmodell verfolgt. |
| Founder | Englische Bezeichnung für Gründer beziehungsweise Gründerin eines Unternehmens. |
| Seed-Finanzierung | Frühe Finanzierungsphase eines jungen Unternehmens. |
| Business Angel | Privatperson, die junge Unternehmen häufig mit Kapital, Kontakten und Erfahrung unterstützt. |
| Pitch | Kurze Präsentation eines Geschäftsmodells, Projekts oder Investitionsvorhabens. |
| Pitch Deck | Präsentation, mit der insbesondere jungen Unternehmen ihr Geschäftsmodell gegenüber Investoren darstellen. |
| Unicorn | Nicht börsennotiertes junges Unternehmen, das mit mindestens einer Milliarde US-Dollar bewertet wird. |
| Exit | Verkauf einer Unternehmensbeteiligung beziehungsweise Ausstieg eines Investors. |
| Burn Rate | Geschwindigkeit, mit der ein Unternehmen seine vorhandenen liquiden Mittel verbraucht. |
| Runway | Zeitraum, für den vorhandene liquide Mittel bei einer bestimmten Mittelabflussrate voraussichtlich ausreichen. |
| MVP | „Minimum Viable Product“: frühe funktionsfähige Produktversion mit einem begrenzten Funktionsumfang. |
| SaaS | „Software as a Service“: Bereitstellung von Software als laufend nutzbare Dienstleistung, häufig gegen regelmäßige Zahlung. |
| Plattformökonomie | Geschäftsmodelle, bei denen digitale Plattformen unterschiedliche Nutzergruppen miteinander verbinden. |
| Netzwerkeffekt | Zunahme des Nutzens eines Produkts oder Dienstes, wenn mehr Personen oder Unternehmen daran teilnehmen. |
| Disruption | Tiefgreifende Veränderung bestehender Märkte oder Geschäftsmodelle durch neue Technologien oder Angebote. |
| Digitalisierung | Überführung und Neugestaltung von Informationen, Abläufen und Geschäftsmodellen mithilfe digitaler Technik. |
| E-Commerce | Handel mit Waren oder Dienstleistungen über elektronische beziehungsweise digitale Vertriebskanäle. |
| Fintech | Unternehmen oder Anwendungen, die Finanzdienstleistungen mit moderner Technologie verbinden. |
| Kryptowert | Digital dargestellter Wert oder digitales Recht auf Grundlage bestimmter Technologien und rechtlicher Einordnungen. |
| Blockchain | Verteilte Datenstruktur, bei der Datensätze kryptografisch miteinander verbunden und innerhalb eines Netzwerks gespeichert werden. |
Weitere wichtige Wirtschaftsbegriffe von A bis Z
Einige Fachwörter lassen sich mehreren Bereichen zuordnen und ergänzen das Wirtschaftslexikon.
| Fachwort | Erklärung |
|---|---|
| Abwertung | Verringerung des Wertes einer Währung gegenüber einer anderen Währung. |
| Aufwertung | Erhöhung des Wertes einer Währung gegenüber einer anderen Währung. |
| Break-even | Zustand, bei dem Erlöse und relevante Kosten gleich hoch sind. |
| Clearing | Abrechnung beziehungsweise Verrechnung gegenseitiger Forderungen aus Finanz- oder Zahlungsgeschäften. |
| Defizit | Negativer Saldo, bei dem Ausgaben beziehungsweise Belastungen höher sind als Einnahmen beziehungsweise entsprechende Erträge. |
| Devisenkurs | Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. |
| Emissionspreis | Preis, zu dem ein neues Wertpapier ausgegeben wird. |
| Finanzmarkt | Sammelbezeichnung für Märkte, auf denen Kapital, Geld und Finanzinstrumente gehandelt oder vermittelt werden. |
| Gläubiger | Person oder Organisation mit einer Forderung gegenüber einem Schuldner. |
| Schuldner | Person oder Organisation, die gegenüber einem Gläubiger zu einer Leistung verpflichtet ist. |
| Kreditor | Gläubiger eines Unternehmens, insbesondere im Rechnungswesen. |
| Debitor | Schuldner beziehungsweise Kunde, gegenüber dem eine Forderung besteht. |
| Handelsregister | Öffentliches Register mit rechtlich relevanten Informationen über eingetragene Unternehmen und Kaufleute. |
| Kalkulation | Rechnerische Ermittlung insbesondere von Kosten, Preisen oder Ergebnissen. |
| Kostenrechnung | Teil des internen Rechnungswesens zur Erfassung, Verteilung und Auswertung betrieblicher Kosten. |
| Leverage-Effekt | Veränderung der Eigenkapitalrendite durch den Einsatz von Fremdkapital. |
| Liquiditätsreserve | Verfügbare finanzielle Mittel zur Deckung kurzfristiger Zahlungsverpflichtungen. |
| Nachkalkulation | Nachträgliche Ermittlung der tatsächlich entstandenen Kosten eines Auftrags oder Produkts. |
| Preiskalkulation | Ermittlung eines Verkaufspreises unter Berücksichtigung relevanter Kosten und Zielgrößen. |
| Risikomanagement | Systematisches Erkennen, Bewerten, Steuern und Überwachen wirtschaftlicher Risiken. |
| Risikoprämie | Zusätzliche erwartete Vergütung für die Übernahme eines höheren Risikos. |
| Sachanlage | Körperlicher Vermögenswert, der längerfristig einem Unternehmen dient. |
| Transaktionskosten | Kosten, die bei der Vorbereitung, Durchführung oder Abwicklung wirtschaftlicher Transaktionen entstehen. |
| Treasury | Unternehmensbereich für Liquidität, Finanzierung, Zahlungsströme und häufig finanzielle Risiken. |
| Unternehmenswert | Wirtschaftlich ermittelter Wert eines Unternehmens. |
| Vermögen | Gesamtheit wirtschaftlich bewertbarer Güter und Rechte einer Person oder Organisation nach der jeweiligen Abgrenzung. |
| Wertberichtigung | Korrektur eines bilanzierten Wertes zur Berücksichtigung bestimmter Wertminderungen. |
| Zahlungsfähigkeit | Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen termingerecht zu erfüllen. |
Warum Wirtschaftsbegriffe manchmal unterschiedlich erklärt werden
Nicht jedes wirtschaftliche Fachwort besitzt in jedem Zusammenhang exakt dieselbe Definition. Besonders deutlich wird dies bei Begriffen wie Liquidität, Rendite, Cashflow, Arbeitslosigkeit oder Gewinn.
Liquidität kann beispielsweise die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens beschreiben. Auf einem Finanzmarkt kann damit dagegen gemeint sein, wie leicht sich ein Vermögenswert kaufen oder verkaufen lässt.
Beim Gewinn hängt die genaue Berechnung davon ab, ob beispielsweise Jahresüberschuss, Betriebsergebnis, EBIT oder eine andere Ergebnisgröße betrachtet wird.
Auch Arbeitslose und Erwerbslose dürfen statistisch nicht einfach gleichgesetzt werden. Das Statistische Bundesamt trennt ausdrücklich zwischen registrierter Arbeitslosigkeit nach den deutschen sozialrechtlichen Regeln und Erwerbslosigkeit nach dem international vergleichbaren ILO-Konzept.
Bei Wirtschaftstexten sollte deshalb stets geprüft werden, welche Definition und welche Bezugsgröße tatsächlich verwendet werden.
Warum ein Wirtschaftslexikon beim Lesen von Nachrichten hilft
Wirtschaftsnachrichten sind häufig stark verdichtet. Eine Meldung kann innerhalb weniger Sätze von Inflation, realem BIP, Renditen, Wechselkursen, Leitzinsen und Konjunkturerwartungen sprechen.
Wer die dahinterstehenden Begriffe kennt, kann solche Nachrichten wesentlich genauer einordnen.
Ein steigendes nominales BIP bedeutet beispielsweise nicht zwangsläufig, dass tatsächlich mehr Waren und Dienstleistungen produziert wurden. Auch höhere Preise können den nominalen Wert erhöhen. Für die Betrachtung der mengenmäßigen wirtschaftlichen Entwicklung wird deshalb das preisbereinigte beziehungsweise reale BIP verwendet. Destatis weist ausdrücklich darauf hin, dass die Veränderungsrate des preisbereinigten BIP als Maß für das Wirtschaftswachstum dient.
Ähnlich wichtig ist die Unterscheidung zwischen Inflation und Kaufkraft. Inflation beschreibt die allgemeine Preisentwicklung. Die Kaufkraft beschreibt dagegen, wie viele Waren und Dienstleistungen mit einem Geldbetrag gekauft werden können. Steigt das allgemeine Preisniveau, nimmt die Kaufkraft eines unveränderten Geldbetrags entsprechend ab.
Englische Fachwörter gehören längst zur Wirtschaftssprache
Viele moderne Wirtschaft Fachbegriffe stammen aus dem Englischen. Besonders stark ist dieser Einfluss bei Börse, Unternehmensfinanzierung, Marketing und Start-ups.
Bezeichnungen wie Cashflow, Benchmark, Private Equity, Venture Capital, Due Diligence, Working Capital, Customer Journey, Lead oder Pitch werden in deutschsprachigen Unternehmen häufig verwendet, obwohl deutsche Umschreibungen möglich wären.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass hinter jedem englischen Ausdruck ein vollkommen neues Konzept steckt. Cashflow lässt sich beispielsweise sinngemäß als Zahlungsstrom verstehen, während Benchmark einen Vergleichsmaßstab bezeichnet.
Andere englische Bezeichnungen haben sich jedoch so stark etabliert, dass ihre deutsche Umschreibung in Fachtexten seltener anzutreffen ist. Gerade deshalb gehören auch Anglizismen in ein modernes Wirtschaftslexikon.
Fazit: Wirtschaftssprache wird verständlicher, wenn die Grundbegriffe sitzen
Die Zahl der Fachwörter der Wirtschaft ist enorm. Schon grundlegende Wirtschaftsnachrichten setzen Begriffe aus Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Finanzwesen, Rechnungswesen und Arbeitsmarkt voraus.
Einige gehören zum allgemeinen Wortschatz: Umsatz, Gewinn, Kredit, Aktie oder Steuer sind nahezu jedem bekannt. Schwieriger wird es bei Begriffen wie Deckungsbeitrag, Bruttowertschöpfung, Working Capital, Disinflation, Leverage, Kapitalbilanz oder Opportunitätskosten.
Gerade dabei lohnt sich eine klare Abgrenzung.
Umsatz ist nicht automatisch Gewinn. Inflation bedeutet nicht lediglich, dass einzelne Produkte teurer werden. Liquidität kann je nach Zusammenhang Zahlungsfähigkeit oder Handelbarkeit beschreiben. Ein hoher Aktienkurs allein sagt nichts darüber aus, wie groß ein Unternehmen tatsächlich ist. Und Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit werden in amtlichen Statistiken unterschiedlich definiert.
Wirtschaftliche Fachsprache dient letztlich dazu, komplexe Vorgänge möglichst genau zu beschreiben. Das macht manche Begriffe zunächst kompliziert, ermöglicht zugleich jedoch eine präzisere Kommunikation.
Ein gut aufgebautes Wirtschaftslexikon mit Erklärungen kann deshalb weit über Schule und Studium hinaus hilfreich sein. Es erleichtert das Verständnis von Geschäftsberichten, Bankunterlagen, Börsennachrichten, politischen Debatten und wirtschaftlichen Entwicklungen.
Als fachlich belastbare weiterführende Quelle eignet sich insbesondere das Glossar der Deutschen Bundesbank. Dort werden zahlreiche Begriffe aus Geldpolitik, Bankenwesen, Zahlungsverkehr und Finanzsystem erläutert.
Was sind die wichtigsten Fachwörter der Wirtschaft?
Zu den besonders grundlegenden Wirtschaftsbegriffen gehören Angebot, Nachfrage, Markt, Preis, Umsatz, Gewinn, Kosten, Kapital, Investition, Kredit, Zins, Inflation, Bruttoinlandsprodukt, Konjunktur, Produktivität, Aktie, Anleihe und Rendite. Welche Begriffe besonders wichtig sind, hängt davon ab, ob Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen oder Finanzmärkte betrachtet werden.
Was ist der Unterschied zwischen BWL und VWL?
Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) untersucht wirtschaftliche Vorgänge vor allem auf Ebene einzelner Unternehmen und Organisationen. Die Volkswirtschaftslehre (VWL) betrachtet größere wirtschaftliche Zusammenhänge wie Märkte, Inflation, Konjunktur, Beschäftigung oder Wirtschaftswachstum.
Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?
Umsatz entsteht vereinfacht aus verkauften Waren oder erbrachten Dienstleistungen. Der Gewinn ergibt sich erst, wenn den relevanten Erträgen die entsprechenden Aufwendungen gegenübergestellt werden und ein positiver Überschuss verbleibt. Ein Unternehmen kann daher hohe Umsätze erzielen und trotzdem Verluste schreiben.
Was bedeutet BIP?
BIP steht für Bruttoinlandsprodukt. Es misst die wirtschaftliche Leistung innerhalb eines Landes in einem bestimmten Zeitraum. Für die Beurteilung des Wirtschaftswachstums wird insbesondere die Veränderung des preisbereinigten BIP betrachtet.
Was ist Inflation einfach erklärt?
Inflation bezeichnet einen über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Dadurch nimmt die Kaufkraft des Geldes ab: Für denselben Geldbetrag können im Durchschnitt weniger Waren und Dienstleistungen gekauft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Eigenkapital und Fremdkapital?
Eigenkapital wird wirtschaftlich den Eigentümern des Unternehmens zugerechnet. Fremdkapital stammt dagegen von Gläubigern und ist grundsätzlich mit Rückzahlungsansprüchen verbunden. Beide Kapitalarten bilden wichtige Bestandteile der Unternehmensfinanzierung.
Was ist Liquidität?
Bei einem Unternehmen beschreibt Liquidität vor allem die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen rechtzeitig zu erfüllen. Im Wertpapierhandel wird der Ausdruck außerdem dafür verwendet, wie einfach ein Vermögenswert gehandelt werden kann, ohne dass einzelne Transaktionen den Marktpreis ungewöhnlich stark verändern.
Was bedeutet Rendite?
Die Rendite beschreibt den wirtschaftlichen Ertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Je nach Anlageform können beispielsweise Zinsen, Dividenden und Wertveränderungen einfließen. Rendite und Risiko sollten dabei getrennt betrachtet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Inflation und Deflation?
Bei Inflation steigt das allgemeine Preisniveau über längere Zeit, während die Kaufkraft des Geldes sinkt. Bei Deflation fällt das allgemeine Preisniveau anhaltend. Beide Entwicklungen können weitreichende Auswirkungen auf Konsum, Investitionen und Finanzierung haben.
Was sind typische englische Wirtschaftsbegriffe?
Zu den häufig verwendeten englischen Begriffen gehören Cashflow, Benchmark, Working Capital, Private Equity, Venture Capital, Due Diligence, Break-even-Point, Customer Journey, Lead, Branding, Start-up und Supply Chain. Viele dieser Wörter sind inzwischen fester Bestandteil deutschsprachiger Wirtschafts- und Unternehmenskommunikation.
Wie viele Wirtschaftsbegriffe gibt es?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Wirtschaftssprache umfasst Tausende Fachbegriffe aus Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Finanzwesen, Banken, Rechnungswesen, Steuern, Marketing, Handel und zahlreichen Spezialgebieten. Hinzu kommen laufend neue Begriffe aus Digitalisierung, Finanztechnologie und modernen Geschäftsmodellen.
