Wasser predigen und Wein trinken

Von anderen Verzicht fordern, sich selbst aber nicht daran halten; heuchlerisch sein.

Bedeutung

Von anderen Verzicht fordern, sich selbst aber nicht daran halten; heuchlerisch sein.

Herkunft

Die Wendung geht auf Heinrich Heine zurück. In „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844) heißt es über die Obrigkeit: „Ich weiß, sie tranken heimlich Wein / Und predigten öffentlich Wasser.“ Wasser stand für Enthaltsamkeit, Wein für Genuss. Aus Heines Versen wurde eine feste Redewendung für die Doppelmoral von Predigern und Mächtigen.

Beispiel

Der Minister fordert Sparsamkeit und fliegt selbst erster Klasse, er predigt Wasser und trinkt Wein.

Verwendung und Varianten

Die Wendung ist ein scharfer Vorwurf und gehört in den kritischen Kommentar, nicht in die höfliche Rede. Zweites Beispiel: Wer beim Klimaschutz Wasser predigt und Wein trinkt, verliert schnell seine Glaubwürdigkeit. Varianten: Wein trinken und Wasser predigen (umgestellt), Wasser predigen, aber Wein trinken. Heines Originalreihenfolge lautet „heimlich Wein, öffentlich Wasser“.

Ähnliche Redewendungen

Doppelmoralmit zweierlei Maß messennicht das tun, was man sagtscheinheilig sein

Weitere Redewendungen mit Wein

Häufige Fragen

Was bedeutet „Wasser predigen und Wein trinken“?

Von anderen Verzicht fordern, sich selbst aber nicht daran halten; heuchlerisch sein.

Woher kommt „Wasser predigen und Wein trinken“?

Die Wendung geht auf Heinrich Heine zurück. In „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844) heißt es über die Obrigkeit: „Ich weiß, sie tranken heimlich Wein / Und predigten öffentlich Wasser.“ Wasser stand für Enthaltsamkeit, Wein für Genuss. Aus Heines Versen wurde eine feste Redewendung für die Doppelmoral von Predigern und Mächtigen.