Zu Hause, zuhause oder Zuhause? Die drei Schreibweisen im Überblick

Die kurze Antwort

Als Ortsangabe sind „zu Hause“ (Hauptform) und „zuhause“ (zugelassene Nebenform) beide richtig: Ich bleibe zu Hause / zuhause. Großgeschrieben und in einem Wort ist nur das Substantiv „das Zuhause“: Sie hat ein neues Zuhause gefunden.

Die Kurzregel: Wer sagen will, dass jemand daheim ist, schreibt zu Hause oder zuhause, beides ist seit der Rechtschreibreform korrekt, wobei die Getrenntschreibung mit großem H die empfohlene Hauptform ist. Das Wort Zuhause mit großem Z ist dagegen ein Substantiv und meint den Ort, an dem man sich geborgen fühlt: ein gemütliches Zuhause. Ein kleingeschriebenes „zu hause“ gibt es nicht.

Die Regel

Die Wortgruppe zu Hause ist eine adverbiale Fügung aus der Präposition „zu“ und dem Substantiv „Haus“ in einer alten Dativform. Weil „Haus“ ein Substantiv ist, wird es großgeschrieben: Ich bin heute zu Hause. Da die Fügung im Sprachgefühl längst wie ein einziges Adverb wirkt, lässt die amtliche Rechtschreibung seit 2006 auch die Zusammenschreibung zuhause zu, und zwar klein, weil ein Adverb kein Substantiv ist. Der Duden führt beide Formen und empfiehlt zu Hause. In Österreich und der Schweiz ist zuhause die üblichere Schreibung.

Davon zu trennen ist das Zuhause: Hier ist die Fügung zum Substantiv geworden, erkennbar am Artikel, an einem Adjektiv davor oder an einem Possessivpronomen. Substantive schreibt man groß und in einem Wort: Sein Zuhause ist eine kleine Wohnung in Köln.

Der Merksatz

Steht ein Artikel oder ein Adjektiv davor, ist es „das Zuhause“. Steht ein Verb wie bleiben, sein oder arbeiten dabei, ist es „zu Hause“ oder „zuhause“.

Fünf Beispiele

  • Am Sonntag bleiben wir einfach zu Hause. (Ortsangabe, Hauptform)
  • Ich arbeite heute von zuhause aus. (Ortsangabe, Nebenform, ebenfalls korrekt)
  • Nach zwanzig Jahren im Ausland fühlt sich Hamburg wieder wie ein Zuhause an. (Substantiv, mit Artikel)
  • Die Familie sucht ein neues Zuhause für ihren Hund. (Substantiv, mit Adjektiv)
  • Fühl dich wie zu Hause! (feste Wendung, Ortsangabe)

Die Ausnahmen und Feinheiten

  • Nach Hause: Für die Richtung gilt dieselbe Doppelform: nach Hause (Hauptform) und nachhause (Nebenform, vor allem in Österreich und der Schweiz). Ein Substantiv „das Nachhause“ existiert nicht, wohl aber der Nachhauseweg.
  • Zusammensetzungen: In Komposita wird immer zusammengeschrieben und großgeschrieben: Zuhausebleiben als substantivierter Infinitiv (das Zuhausebleiben fällt mir schwer), ebenso der Nachhauseweg.
  • Kein Bindestrich, kein kleines h: Die Schreibungen „zu-Hause“, „zu hause“ oder „Zu Hause“ mitten im Satz sind falsch. Groß ist am Satzanfang natürlich das erste Wort: Zu Hause ist es am schönsten.
  • Daheim: Das süddeutsch-österreichische daheim ist ein echtes Adverb, immer klein und in einem Wort; als Substantiv steht dann das Daheim.
  • Einheitlichkeit: Innerhalb eines Textes sollte man sich für eine der beiden Ortsangabe-Formen entscheiden und nicht zwischen zu Hause und zuhause wechseln.

Mini-Quiz

1. „Ich bin heute den ganzen Tag ___.“ Welche Schreibung passt?

zu Hause oder zuhause. Es ist eine Ortsangabe beim Verb „sein“, beide Formen sind korrekt.

2. „Wir haben endlich ein ___ gefunden.“ Was steht hier?

Zuhause, groß und zusammen. Der Artikel „ein“ zeigt das Substantiv an.

3. Ist „zu hause“ mit kleinem h korrekt?

Nein. Entweder getrennt mit großem H (zu Hause) oder zusammen und klein (zuhause).

4. „Auf dem ___ hat es geregnet.“ Nachhauseweg oder nach Hause Weg?

Nachhauseweg. Zusammensetzungen werden in einem Wort geschrieben.

Häufige Fragen

Ist „zuhause“ ein Rechtschreibfehler?

Nein. Seit der Reform von 2006 ist zuhause als Nebenform amtlich zugelassen. Der Duden empfiehlt zu Hause, in Österreich und der Schweiz ist zuhause gebräuchlicher. Beides ist in Prüfungen und Bewerbungen korrekt.

Wann schreibt man „Zuhause“ groß?

Wenn es ein Substantiv ist, also wenn ein Artikel (das, ein, mein) oder ein Adjektiv davorsteht: ein warmes Zuhause, mein Zuhause. Dann immer groß und in einem Wort.

Heißt es „nach Hause“ oder „nachhause“?

Beides ist korrekt, die Hauptform ist nach Hause. Die Zusammenschreibung nachhause gilt als Nebenform und ist im österreichischen und schweizerischen Sprachraum verbreitet.

Warum heißt es „Hause“ und nicht „Haus“?

Das -e ist eine alte Dativendung, die sich in festen Wendungen erhalten hat, wie in im Laufe, zu Tage oder nach Hause. Außerhalb dieser Wendungen ist sie heute veraltet.

Mehr zum Grundwort: Haus – Bedeutung, Synonyme und Beispiele.

Weitere Sprachfragen

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